Wer bin ich? Warum?

Als mein Vater starb, wurde mir bewusst, dass mit ihm ein ganzes Leben voller Erlebnisse, voller Erfahrungen, voller wertvoller  Erkenntnisse , voll mit erfüllten aber auch unerfüllten Träumen die sein Dasein geprägt haben, unwiederbringlich verloren gegangen sind. 
Ja, er hat immer mal wieder bruchstückhaft erzählt, hat uns immer einmal ein Stück mit hinein genommen in seine Gedanken und deren Echo auf die Ereignisse um ihn herum. Aber nie haben wir Kinder ein umfassendes Bild seines 
Lebens erhalten, mit dem man vielleicht heute sagen könnte: Also darum hat er sich vor den Weggabelungen seines Lebens so oder so entschieden, also darum hat er immer darauf bestanden, dass...., also das hat sein Leben grundlegend geprägt und auf Kurs gehalten. Wertvolles ist mit seinem Tod einfach verloren und damit auch ein Stück meiner eigenen Geschichte.
Und, liebe Schwestern und Brüder: Ich möchte auch aus euren Biografien, aus euren Erfahrungen und Prägungen, aus euren Gedanken für mein Leben lernen. Bitte schreibt euch euer Leben von der Seele. Für die Entwicklung unserer Gemeinschaft ist es, wie für das Leben des Einzelnen, unendlich wichtig, sich der gemeinsamen Geschichte, aber auch der Entwicklung jedes Gliedes in ihr, immer wieder bewusst zu machen.  
Auf unseren Seiten ist viel Platz dafür. Am besten im WORD-Format, oder einfach als Email. Scheut euch nicht das dann auch an mich (am besten per Email) zu senden. Ich baue das dann in den "Internen Bereich" unserer Homepage ein. 
Vielleicht am Anfang tabellarisch: Name, Alter, heutiger 
beruflicher Stand (z.B. Rentner, Jugenddiakon, Pfleger, Leiter der Einrichtung), kurzer Lebenslauf (auch: was war vor meiner Ausbildung zu einem Beruf im Diakonat). 
Und dann frei von der Leber weg. Es gibt kein richtig oder falsch im Leben. Es gibt nur Gabelungen, die man aus den Gründen, die in der eigenen Geschichte liegen, so oder so beschreitet.
Ich freue mich auf viele (möglichst alle) Biografien. Macht mit!!!
Für ein VEDD-Heft habe ich vor einigen Jahren das einmal für mich versucht. Den Text füge ich an, so dass ihr vielleicht ein Beispiel habt. Aber: Jede und Jeder hat sein ganz eigenes Leben- schreibt für uns alle, wir wollen daraus lernen! 
Hier meine Email-Adresse für eure Ergebnisse: rudi-sass@web.de oder mit der Post an Rudi und Marlis Saß, Louise-Schroeder-Str. 24, 24211 Preetz.


Rudi Saß - Beitrag zur Schreibwerkstatt des VEDD
«Gott ist mein Licht und mein Heil» (Psalm 27)
Was bleibt, Gott, wenn alles vergeht?
Ich sehe zurück auf mein Leben,
sehe Fragmente,
Umrisse,
Splitter.
Ich frage mich: Wo ist das Ganze, das Vollkommene?
Ich höre dich sagen: Hab keine Angst.
Ich werde alles zu einem Ganzen fügen.
Zerbrochenes werde ich heilen.
Heil machen werde ich dich.

Aline Kellenberger 2009
aus: Liturgie Taschenausgabe. TVZ 2011, S.147
© Deutschschweizerische Liturgiekommission 
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